Glastransporte: Sicheres Geleit für ein einmaliges Material

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Troisdorf. Glas ist ein einmaliges und faszinierendes Material. Jedoch ist es nicht unzerstörbar, weshalb es nach seiner Produktion vorsichtig behandelt werden sollte. Das gilt auch für Flachglas, das für Fenster, Türen und Fassaden benötigt wird: Dieses faszinierende Produkt wird vom Glashersteller oder Glasveredler auf spezielle Transporter verladen, die es sicher und ohne Beschädigung über Europas Straßen transportieren können.

Bevor das Glas für den Transport bereit ist, durchläuft es einen hochinteressanten Herstellungsprozess. Die Grundmaterialien des Glases sind Sand, Kalk, Soda und Altglas. Diese Stoffe werden auf rund 1.600 Grad Celsius erhitzt. Das Flachglas für den Einsatz in Wohn- und Geschäftsgebäuden oder in Fahrzeugen wird dabei im so genannten „Float-Verfahren“ hergestellt. „Das Verfahren basiert auf einer Erfindung der englischen Firma Pilkington aus dem Jahr 1959. ‚Floating‘ bedeutet dabei ‚schwimmend‘, das heißt bei der Produktion schwimmt die heiße Glasmasse auf einem Bad aus flüssigem Zinn“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas (BF), Jochen Grönegräs. Das schafft sie, weil Glas leichter ist als das Schwermetall. „Dadurch breitet es sich ganz gleichmäßig und glatt wie ein Ölfilm darauf aus“, so Grönegräs. Am Ende der Float-Wanne gelangt das Glas, das zu diesem Zeitpunkt noch mehr als 600 Grad heiß ist, in einen Kühlkanal und wird dort langsam auf rund 180 bis 200 Grad abgekühlt. Große Ventilatoren bringen es schließlich auf Raumtemperatur. Das Glas wird zu Tafeln der Größe 600 x 321 cm geschnitten und dann zu hochspezialisierten weiterverarbeitenden Unternehmen transportiert, die Produkte wie Isolierglas, Einscheibensicherheitsglas oder Verbundsicherheitsglas herstellen. Für den Transport dorthin werden so genannte Glasinnenlader verwendet. „Diese Sattelschlepper-Auflieger haben keinen festen Boden und können für die leichte und risikolose Beladung mit den verschiedensten Glassorten und Abmessungen abgesenkt werden“, so Grönegräs. Dann wird der Sattelzug rückwärts über die Gestelle mit dem Glas – sie werden entsprechend ihrer Form A- oder L-Gestelle genannt – rangiert. Anschließend wird der Sattelzug hydraulisch angehoben und nimmt mit seitlichen Aufnahmeschienen das Glasgestell auf, das dann noch mit passenden Halteleisten fixiert wird, ebenfalls per Hydraulik. So kann das Glas auf die Reise zum Weiterverarbeiter gehen, der dafür sorgt, dass Flachglas in den unterschiedlichsten Produkten eingesetzt werden kann: Dazu zählen nicht nur Verglasungen für Fenster, Haus- und Innentüren sowie großflächige Fassadenelemente, sondern zum Beispiel auch Spiegel, Treppenstufen, großformatige Trennwände, Komponenten von gläsernen Aufzügen, Möbel und attraktive Bestandteile von Badezimmern oder Kücheneinrichtungen. BF/DS

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